ZVI BEN DOR, 31. Januar 2009
Amos Oz, geh zum Teufel!
„Geld ist der Gott unserer Zeit“, Heinrich Heine
Geh zum Teufel, Amos Oz. Geh zum Teufel jetzt und schnell. Es wäre besser du würdest in Deutschland bleiben, um Zeit und Geld für den Flug zum nächsten Preis zu sparen. Was wird der nächste Preis sein. Amos Oz? Schiller-Preis? Lessing-Preis? Du hast in Deutschland schon den „Corina Preis für das Lebenswerk“ bekommen, den Goethe-Preis hast du vor drei Jahren bekommen. Den Heine-Preis jetzt. Es bleiben noch einige Geistesgrößen aus der deutschen Aufklärung, in deren Namen es bestimmt irgendwelche Preise gibt, auf denen schon dein Namen eingraviert ist. Bleib in Deutschland, Amos Oz, damit dein Kopf nicht schwindlig wird von den hin- und her Flügen zwischen der Feier der Goethe-Preis-Verleihung und dem Akt der Verleihung des Dan-David-Preises, zwischen Dan-David und Heine, zwischen dem „Zeichen der französischen Legion“ und dem norwegischen Preis der „Freien Meinungsäußerung“, zwischen der „Internationalen Medallie für Toleranz“ und den dreihunderttausend Dollar – einfach so nebenbei – von der spanischen Königin. Bleib in Deutschland, Amos Oz, das ist nahe bei Stockholm. Eigentlich nein! Geh, geh zum Teufel.
Eigentlich dachte ich, dass du deine angeschlagenen Behauptungen ein wenig lüften würdest. Diese Behauptungen von den „Fanatiker aus beiden Seiten“, die geglänzt haben bei dem Vortrag, den du anlässlich der Annahme des Goethe-Preises gehalten hattest. Ich dachte, dass du dich als Schriftsteller schämen würdest, dich zu wiederholen, aber nein. Der einzige Unterschied ist, dass du damals, bei Goethe von der „Missbilligung der Extremisten“ gesprochen hast, und jetzt bei Heine von der Missbilligung der „Fanatiker“. „Von beiden Seiten“ natürlich. Die Deutschen haben das sicherlich sehr gemocht, und merkten nicht, dass du sie und die ganze Welt, lächerlich machst. Sie lieben es sehr dort Fanatiker zu missbilligen, besonders wenn sie von beiden Seiten sind. Ohne diese Fanatiker wärest du heute völlig mittellos. Zumindest ohne Preise. Gut, dass es sie gibt, die Fanatiker. Und gut dass sie, wie gut, dass sie immer, immer von „beiden Seiten“ sind. Denn wären sie nicht von „beiden Seiten“, könntest du doch deine Hände nicht immer wieder in Unschuld waschen, wie dieser Pontius einer heiligen „rationalen Mitte“, bei dem kein Blutstropfen, nicht von dieser Seite und nicht von der anderen, seine Uniform bespritzt hat. Bei dem der Schweiß des Täters niemals auf die Stirn rinnt. Bei dem der Zorn und die Verzweiflung des Opfers niemals das Gesicht entstellt.



